Coaching für Gründer:innen in Beziehungen: Wenn Business und Bindung kollidieren
01.04.2026

Vor ein paar Monaten saßen zwei Menschen bei mir im Coaching, die gemeinsam ein Unternehmen aufgebaut hatten. Erfolgreich, profitabel, wachsend. Auf dem Papier lief alles. Und trotzdem sagte einer der beiden: „Wir reden den ganzen Tag und verstehen uns trotzdem nicht mehr."
Das ist kein Einzelfall. Das ist ein Muster. Und es hat einen Namen in der Forschung: Copreneurship.
Copreneurs, also Paare, die gemeinsam ein Unternehmen besitzen und führen, berichten signifikant mehr Entscheidungskonflikte und mehr Spillover zwischen Arbeit und Privatleben als Gründer:innen, die allein arbeiten. Gleichzeitig schätzen sie ihr Unternehmen als erfolgreicher und profitabler ein (Lee, Kelley, Wiatt & Marshall, 2024, Journal of Family and Economic Issues). Das ist kein Widerspruch. Das ist das zentrale Paradox des gemeinsamen Gründens: Je enger die Verflechtung, desto höher der Erfolg, aber auch desto höher der Preis.
Dieses Coaching setzt genau an der Stelle an, an der es weh tut: dort, wo Business und Bindung aufeinandertreffen und die Frage nicht mehr lautet, ob ihr euch liebt, sondern ob ihr zusammen entscheiden, führen und streiten könnt, ohne euch und euer Unternehmen dabei zu zerlegen.
Was ist Coaching für Gründer:innen in Beziehungen und wie unterscheidet es sich von Paartherapie?
Coaching für Gründer:innen in Beziehungen ist ein strukturiertes, modulares Format, das Paare, Freund:innen, Geschwister oder andere Nahbeziehungen, die gemeinsam gründen oder ein Unternehmen führen, dabei unterstützt, Rollen, Entscheidungsstrukturen und Kommunikationsarchitekturen bewusst zu gestalten. Es ersetzt keine Paartherapie und keine Mediation, sondern arbeitet an der Schnittstelle zwischen Nahbeziehung und Unternehmung.
Der entscheidende Unterschied: Paartherapie behandelt die Beziehung als primären Gegenstand. Dieses Coaching behandelt die Beziehung in ihrer Funktion für das unternehmerische System. Natürlich spielen Beziehungsmuster eine Rolle, weil Rollen und Entscheidungsdynamiken in Nahbeziehungen immer auch Beziehungsmuster spiegeln. Aber der Fokus liegt auf Struktur, Macht, Vision und Governance, nicht auf Bindungs- und Verletzungsthemen.
Das Coaching bei Dr. Cordula Bestvater in Hamburg verbindet wissenschaftlich fundierte Persönlichkeitsdiagnostik (LINC Personality Profiler, Big Five Modell), systemische Methoden und aktuelle Forschung zu Copreneurship und Gründungsteams zu einem evidenzinformierten Programm. Modularer Aufbau, validierte Diagnostik, Einzel- und Paarsettings.
Warum guter Wille und ein Gesellschaftsvertrag bei Gründer:innen-Paaren nicht reichen
Die meisten Gründer:innen-Paare, die zu mir kommen, haben bereits einen Gesellschaftsvertrag. Manche haben sogar schon ein Mediationsgespräch hinter sich. Und fast alle sagen: „Wir wissen eigentlich, dass wir besser kommunizieren müssten."
Das Problem ist nicht das Wissen. Das Problem ist, dass die Konflikte, die beim gemeinsamen Gründen entstehen, eine Tiefenstruktur haben, die mit Kommunikationstipps nicht zu greifen ist. Die Forschung benennt vier zentrale Spannungsfelder, die bei Copreneurs regelmäßig aufbrechen:
Erstens: Rollenambiguität und Machtkonflikte. Danes und Kolleg:innen (2002; 2013) zeigen über die Family-FIRO-Theorie, dass Zusammenarbeit in familiengeführten Unternehmen dann produktiv wird, wenn Fragen von Einbezug und Kontrolle explizit adressiert werden. Wer entscheidet am Esstisch und wer im Büro? Wer hat den Gründer:innen-Status und wer ist „mitgekommen"? Solange diese Fragen verdeckt bleiben, entstehen Konflikte, die an der Oberfläche wie Sachkonflikte aussehen, aber im Kern Machtkonflikte sind.
Zweitens: Unterschiedliche Visionen. Preller, Patzelt und Breugst (2020, Journal of Business Venturing) haben in einer Längsschnittstudie mit acht Gründungsteams etwas gezeigt, das viele Paare überrascht: Gründer:innen-Visionen umfassen nicht nur Zukunftsbilder des Unternehmens, sondern auch persönliche Vorstellungen der eigenen Beziehung zum Venture. Will ich Vollzeit hier sein oder irgendwann kürzertreten? Will ich wachsen oder konsolidieren? Will ich Exit oder Lebenswerk? Und der brisanteste Befund: Wenn alle Teammitglieder gleichen Status wahrnehmen, steigt die Wahrscheinlichkeit für verdeckte Vision-Inkongruenz. Paare, die betonen, dass sie „absolut gleichberechtigt" sind, haben häufiger unausgesprochene Visionskonflikte als solche, die ihre unterschiedlichen Rollen klar benennen.
Drittens: Fehlende Grenzen zwischen Arbeit und Beziehung. Copreneurs haben per Definition keine natürliche Trennlinie zwischen Privat und Business. Das ist einerseits eine Ressource, weil tiefes Vertrauen und geteiltes Wissen Entscheidungen beschleunigen. Andererseits ist es ein Risikofaktor: Mehr Integration bedeutet mehr Spillover (Ashforth, Kreiner & Fugate, 2000; Lee et al., 2024). Wenn jedes Abendessen zum Strategiemeeting wird, fehlt irgendwann der Raum, in dem ihr einfach nur Paar seid.
Viertens: Unsichtbare Beiträge und Anerkennungsdefizite. El Shoubaki, Block und Lasch (2022, Management Review Quarterly) identifizieren Gender-Power-Dynamiken als eines der am stärksten unterforschten und gleichzeitig praktisch relevantesten Themen bei Copreneurs. Jurik und Kolleg:innen (2019) zeigen, dass die Zuschreibung und Kreditierung von Beiträgen stark kontextabhängig ist, auch wenn formal Gleichberechtigung herrscht.
Das sind keine abstrakten Forschungsbefunde. Das sind die vier Themen, die in fast jedem Gründer:innen-Paar-Coaching irgendwann auf den Tisch kommen.
Warum ich ein eigenes Coaching-Programm für Gründer:innen in Beziehungen entwickelt habe
Ich arbeite seit über zehn Jahren als systemische Coachin in Hamburg, in Kliniken, Universitäten und Organisationen. Ich habe Persönlichkeitsdiagnostik mit dem LINC Personality Profiler durchgeführt, kollegiale Führung eingeführt, Führungskräfte und Teams in Veränderungsprozessen begleitet. Und ich habe selbst Gründer:innen-Paare im Coaching begleitet, die mir gezeigt haben, wie grundlegend sich die Dynamik verändert, wenn Beziehung und Business in denselben Raum fallen.
Was mir dabei aufgefallen ist: Es gibt für Gründer:innen-Paare kaum Coaching-Angebote, die über allgemeine Paarkommunikation hinausgehen. Die meisten arbeiten auf der Basis von Empathie und Gesprächsführung. Das ist nicht schlecht, aber es greift zu kurz, wenn die eigentlichen Konflikte in der Machtstruktur, in den Entscheidungslogiken und in verdeckten Visionskonflikten liegen.
Gleichzeitig gibt es an der Universität Hamburg eine der wenigen evaluierten Coaching-Interventionen für Copreneurs: das Blended Copreneur Coaching von Christine Busch und Rebecca Dreyer (2021, Consulting Psychology Journal). Es wurde in über 80 Handwerksbetrieben erprobt und zeigt positive Effekte auf Work-Life-Balance und Distanzierungsfähigkeit. Aber der Fokus liegt dort auf Gesundheit und Erholung, nicht auf Rollenarchitektur, Macht und Governance.
Genau diese Lücke schließt mein Programm: evidenzinformiertes Coaching, das Persönlichkeitsdiagnostik, systemische Rollenklärung, Purpose-Arbeit und Entscheidungsarchitektur verbindet. Kein offenes Gesprächsformat. Ein modularer Prozess mit klarem Aufbau, Einzel- und Paarsettings und Verlaufsmessung von Anfang an.
Wie das Coaching für Gründer:innen-Paare abläuft: Der modulare Prozess im Detail
Das Programm umfasst sechs Module plus Einzelsessions, verteilt über vier bis sechs Monate. Es ist kein Therapieersatz und kein evidenzgeprüftes Manual. Es ist ein evidenzinformiertes, modular aufgebautes Coaching mit wissenschaftlich fundierter Diagnostik und systemischer Rahmung. Die Reihenfolge und Gewichtung der Kernmodule werden nach der Diagnostik gemeinsam festgelegt, weil nicht jedes Paar dieselben Baustellen hat.
Vor der ersten Sitzung: LINC Personality Profiler
Nach dem kostenlosen Kennenlerngespräch füllen beide Gründer:innen den LINC Personality Profiler einzeln und digital aus. Das dauert etwa 30 Minuten pro Person. Der LINC basiert auf dem Big Five Modell, dem aktuellen Goldstandard der Persönlichkeitspsychologie, und erfasst Charaktereigenschaften, Motive und Kompetenzen. Er wurde als Ausgründung der Leuphana Universität Lüneburg entwickelt und ist empirisch validiert.
Warum vor der ersten Sitzung: Beide haben ihre Ergebnisse frisch und unbesprochen. Keine:r hat die andere Person schon beeinflusst. Das ermöglicht eine ehrliche Baseline.
Modul 1a: Einzelauswertung LINC (je 1 Stunde, jede Person einzeln)
Die Einzelauswertung ist der geschützte Raum, in dem jede:r für sich die eigenen Ergebnisse bespricht. Was überrascht? Was bestätigt? Wo gibt es innere Spannung? Besonderes Augenmerk liegt auf Neurotizismus (der stärkste Prädiktor für Beziehungsreibung laut der Meta-Analyse von Malouff et al., 2010), auf der Motivstruktur (Macht vs. Beziehung, Leistung vs. Sicherheit) und auf Gewissenhaftigkeit (die bei unterschiedlicher Ausprägung zu massiver Reibung bei Ordnung, Planung und Standards führt).
In dieser Sitzung arbeiten wir auch mit dem Inneren Team nach Schulz von Thun: Welche inneren Anteile melden sich, wenn du an die gemeinsame Gründung denkst? Wer spricht in Konfliktsituationen mit deinem oder deiner Partner:in am lautesten? Wer wird dabei überhört? Die Verbindung zum LINC-Profil macht sichtbar, welche Persönlichkeitszüge welche inneren Stimmen füttern.
Und es gibt Raum für verdeckte Themen: Frustrationen, Ängste, Wünsche, die im Paarsetting (noch) keinen Platz haben. Was hier besprochen wird, bleibt hier, es sei denn, die Person entscheidet, es einzubringen.
Warum das Einzelsetting wichtig ist: Die Forschung zu Macht und Anerkennung in Copreneurships (El Shoubaki et al., 2022; Jurik et al., 2019) zeigt, dass verdeckte Hierarchien und unausgesprochene Frustrationen in reinen Paarsettings unsichtbar bleiben. Arent von Schlippe (2016) empfiehlt für Familienunternehmens-Coaching explizit einen Mix aus Einzel- und Paargesprächen.
Modul 1b: Paarauswertung LINC (1,5 Stunden, gemeinsam)
Jetzt kommen die Profile zusammen. Der LINC Partner Check vergleicht beide Profile systematisch: Wo liegen die größten Unterschiede? Was bedeutet das im Arbeitsalltag? Wo ergänzt ihr euch, wo gibt es Doppelbesetzung oder Lücken?
Wichtig: Der LINC wird hier nicht als Kompatibilitäts-Check eingesetzt. Die Forschung zeigt, dass Persönlichkeitsähnlichkeit kein robuster Prädiktor für Beziehungszufriedenheit ist (Dyrenforth, Kashy, Donnellan & Lucas, 2010, mit über 11.000 Paaren). Was robust ist: die eigene Persönlichkeit und die der Partner:in beeinflussen die Zufriedenheit unabhängig voneinander. Deshalb geht es hier um Verstehen, nicht um Bewerten. „Du bist nicht schwierig, du hast hohe Gewissenhaftigkeit und ich niedrige. Das erzeugt Reibung bei Planung und Standards."
In dieser Sitzung formuliert ihr gemeinsam drei bis fünf Konflikthypothesen, definiert Erfolgskriterien auf einer Skala von 0 bis 10 (die Baseline für die Verlaufsmessung) und benennt Stolpersteine. Am Ende legen wir gemeinsam fest, welche Module in welcher Reihenfolge kommen.
Modul 2: Purpose und Vision (2 Stunden, gemeinsam)
Das ist die Sitzung, die alles Weitere rahmt. Hier wird sichtbar, was Preller et al. (2020) als Vision-Kongruenz beschreiben: nicht nur, wohin das Unternehmen gehen soll, sondern welche Rolle jede:r darin spielen will, was „Erfolg" jeweils bedeutet (Wachstum? Sicherheit? Freiheit? Impact? Exit? Familienzeit?) und was jede:r bereit ist zu investieren.
Ihr beantwortet diese Fragen zuerst getrennt und schriftlich, dann werden die Antworten geöffnet und verglichen. Wo decken sich die Bilder? Wo weichen sie ab? Inkongruenzen sind kein Problem, aber sie müssen benannt werden. Aus meiner Erfahrung: Viele Konflikte, die aussehen wie Kommunikationskonflikte, entpuppen sich bei näherer Betrachtung als Erfolgsdefinitionskonflikte. Einer will wachsen, die andere konsolidieren. Einer will Exit, die andere Lebenswerk. Und keiner hat es je ausgesprochen.
Am Ende der Sitzung steht ein gemeinsames Purpose-Statement. Kein Marketing-Satz, sondern ein innerer Kompass, der in den Folgesitzungen als Referenzpunkt dient.
Module 3 bis 5: Boundaries, Entscheidungsarchitektur, Konfliktkompetenz (je 1,5 Stunden, gemeinsam)
Die drei Kernmodule werden nach der Diagnostik gewichtet und in der Reihenfolge angepasst. Nicht jedes Paar braucht alle Module gleich intensiv.
Modul 3: Boundaries und Spillover. Wann kippt ein Gespräch von Business zu Beziehung? In welche Richtung findet Spillover statt? Hier gestaltet ihr eine konkrete Boundary-Architektur: räumliche, zeitliche und kommunikative Grenzen. Und ihr etabliert Kommunikationsrituale, die verhindern, dass jedes Abendessen zum Strategiemeeting wird. Wichtig: Es geht nicht darum, möglichst viel Trennung herzustellen. Copreneurs brauchen klare, flexible, kontextpassende Grenzen, weil sowohl zu diffuse als auch zu rigide Grenzen problematisch sein können.
Modul 4: Entscheidungsarchitektur und Macht. Wer entscheidet was, allein oder gemeinsam? Finanzen, Personal, Strategie, Produkt, Kund:innen, Alltag: Für jede Kategorie wird geklärt, wer den Lead hat und nach welcher Logik entschieden wird (Konsens, Konsent, Vetorecht, Kompetenzprinzip). Machtbalance wird explizit reflektiert, angelehnt an die Family-FIRO-Theorie. Und ein konkretes Konfliktszenario aus der Vergangenheit wird Schritt für Schritt rekonstruiert: Was passierte auf der Sachebene, was auf der Beziehungsebene?
Modul 5: Konflikt als Information. Hier geht es um Konfliktkompetenz. Das Eskalationsmodell nach Glasl dient als Reflexionstool: Wo steigt ihr typischerweise ein? Was sind eure Frühwarnzeichen? Wenn ihr über dasselbe immer wieder streitet, worum geht es eigentlich: Rolle? Anerkennung? Autonomie? Zugehörigkeit? Hier werden auch Reparatur-Mechanismen entwickelt und Gender- und Machtdynamiken explizit angesprochen, falls relevant.
Einzelsessions im Prozess (je 1 Stunde, mindestens eine pro Person)
Zwischen den Modulen gibt es strukturierte Einzelsitzungen, in denen mit dem Inneren Team nach Schulz von Thun vertieft gearbeitet wird. Welche inneren Anteile haben sich im Prozess verändert? Wer meldet sich bei der schwierigsten aktuellen Entscheidung? Welcher innere Anteil wird in der Paarsitzung überhört?
Ergänzend: Systemaufstellung am Systembrett, Arbeit mit Glaubenssätzen, Rückbindung an LINC-Ergebnisse. Was in den Einzelsessions besprochen wird, bleibt dort, es sei denn, die Person entscheidet, es ins Paarsetting mitzunehmen.
Modul 6: Co-Governance und Integration (1,5 bis 2 Stunden, gemeinsam)
In der Abschlusssitzung messt ihr nach: Erfolgskriterien von Modul 1b auf der 0 bis 10 Skala re-raten. Vorher-Nachher-Vergleich, transparent und konkret.
Dann erstellt ihr gemeinsam euer Co-Governance-Dokument: kein juristisches Papier, sondern eine lebendige Arbeitsvereinbarung, die festhält, wofür ihr steht (Purpose), wer was verantwortet (Rollen), wie ihr entscheidet (Entscheidungslogik), wo eure Grenzen sind (Boundary-Regeln), was ihr tut, wenn es eskaliert (Eskalationsvereinbarung) und wann ihr das alles überprüft (Review-Rhythmus).
Dazu: Rückfallprävention. Welche Muster werden wahrscheinlich wiederkommen? Was ist der Plan dafür?
Optional: Follow-up nach sechs bis acht Wochen. Empfehlung: vierteljährlicher Beziehungs-Business-Review, 90 Minuten, selbstorganisiert.
Für wen ist das Coaching für Gründer:innen in Beziehungen geeignet?
Für Paare, Freund:innen, Geschwister oder andere Nahbeziehungen, die gemeinsam ein Unternehmen gründen, führen oder transformieren und merken, dass Beziehungsdynamiken und Geschäftsentscheidungen sich gegenseitig beeinflussen.
Es ist das Richtige für dich, wenn du Struktur willst statt offener Gespräche. Wenn du ein Programm suchst, das auf Forschung basiert und nicht auf Bauchgefühl. Wenn du bereit bist, auch in Einzelsessions ehrlich hinzuschauen. Und wenn du verstanden hast, dass Coaching kein Ersatz für Paartherapie oder Mediation ist, sondern ein Baustein in einem Gesamtbild.
Es ist nicht das Richtige, wenn eure Beziehung akut gefährdet ist und Trennungsüberlegungen dominieren (dann ist Paartherapie der bessere Ort). Es ist nicht das Richtige, wenn einer von euch in einer akuten psychischen Krise steckt. Und es ist nicht das Richtige, wenn Gewalt oder massive Machtausübung im Spiel ist (dann ist eine Beratungsstelle die richtige Anlaufstelle). Wenn der Konflikt bereits auf Glasl-Stufe 4 oder höher eskaliert ist, empfehle ich zuerst Mediation und dann ggf. Coaching.
Wichtig zur Transparenz: Die Forschungsbasis zu romantischen Gründer:innen-Paaren (Copreneurs) ist breiter als die zu Freund:innen- oder Geschwisterkonstellationen. Das Konzept ist auf beide übertragbar, aber ich kommuniziere offen, wenn wir den engeren Evidenzrahmen verlassen.
Was das Coaching bei Dr. Cordula Bestvater kostet
Für das Gründer:innen-Coaching gelten die regulären Sitzungspreise nach dem Pay-What-You-Want-Modell. Die Basisstufe liegt bei 135 € pro 60 Minuten, die Faire Stufe bei 205 € und die Förderstufe bei 275 €, jeweils zuzüglich Mehrwertsteuer. Die konkreten Paketpreise für den modularen Prozess besprechen wir im kostenlosen Erstgespräch.
Ich weiß, das ist eine Investition. Aber rechne mal: LINC-Diagnostik mit Partner Check, Einzelauswertungen, Purpose-Arbeit, Entscheidungsarchitektur, Einzelsessions mit Inneres-Team-Arbeit, Verlaufsmessung und ein Co-Governance-Dokument, das ihr mitnehmt. Das ist kein Gesprächsangebot, das ist ein Programm.
Häufig gestellte Fragen zum Coaching für Gründer:innen-Paare
Ist das Coaching evidenzbasiert?
Das Coaching ist evidenzinformiert. Die Diagnostik basiert auf dem LINC Personality Profiler (Big Five Modell, empirisch validiert). Die Konzeptstruktur leitet sich aus der aktuellen Copreneurs-Forschung ab (El Shoubaki, Block & Lasch, 2022; Lee et al., 2024; Preller, Patzelt & Breugst, 2020) sowie aus der Boundary-Theorie (Ashforth et al., 2000), der Family-FIRO-Theorie (Danes et al., 2002) und der systemischen Familienunternehmens-Beratung (von Schlippe, 2016). Es gibt kein breit validiertes Manual für diese spezifische Kombination. Was es gibt: ein evaluiertes Copreneur-Coaching der Universität Hamburg (Busch & Dreyer, 2021) mit anderem Fokus, das zeigt, dass theoriegeleitete Interventionen für diese Zielgruppe wirken. Mein Konzept adressiert die Lücke, die dieses Programm nicht abdeckt: Rollen, Macht, Entscheidungsarchitektur und Governance.
Was ist der Unterschied zu Paartherapie?
Paartherapie behandelt die Beziehung als primären Gegenstand. Dieses Coaching arbeitet an der Schnittstelle von Nahbeziehung und Unternehmung: Rollen, Strukturen, Entscheidungslogiken, Purpose und Machtbalance. Beziehungsmuster spielen eine Rolle, aber der Fokus liegt auf ihrer Funktion im unternehmerischen System. Bei akuter Beziehungsgefährdung, schweren psychischen Belastungen oder hocheskalierten Konflikten verweise ich an Paartherapie, Mediation oder andere Fachstellen.
Brauchen wir ein gemeinsames Unternehmen für das Coaching?
Nicht zwingend. Das Coaching eignet sich auch für Paare in der Gründungsphase, die klären wollen, ob und wie sie gemeinsam gründen. Es eignet sich auch für Dyaden, die kein formales Unternehmen teilen, aber enge berufliche Verflechtungen haben (z.B. Freelancer:innen-Paare, die Aufträge teilen, oder Familienmitglieder in einem gemeinsamen Betrieb).
Was ist der LINC Personality Profiler?
Der LINC Personality Profiler ist ein wissenschaftlich fundierter Online-Persönlichkeitstest auf Basis des Big Five Modells, entwickelt als Ausgründung der Leuphana Universität Lüneburg. Er erfasst Charaktereigenschaften, Motive und Kompetenzen und ist empirisch validiert. Im Gründer:innen-Coaching setze ich den Partner Check ein, der beide Profile systematisch vergleicht. Das Ziel ist nicht „Passt ihr zusammen?", sondern: Wo werden Unterschiede zu Reibung führen? Und wo ergänzt ihr euch?
Müssen beide Partner:innen mitmachen?
Ja. Das Coaching arbeitet mit der Dyade. Wenn nur eine Person kommen möchte, ist Einzelcoaching der bessere Rahmen. Dort können wir die Dynamik reflektieren und individuelle Strategien entwickeln, aber die Paar-Module setzen die Anwesenheit beider voraus.
Gibt es ein kostenloses Erstgespräch?
Ja. Das Erstgespräch dauert circa 30 Minuten, ist kostenlos und unverbindlich. Wir klären, was euch hierher bringt, ob das Format passt und ob die Chemie stimmt. Kein Verkaufsgespräch. Du kannst es direkt über die Website buchen.
Funktioniert das Coaching auch online?
Ja, die Module funktionieren online genauso gut wie in Präsenz in Hamburg. Die LINC-Diagnostik läuft ohnehin digital. Für manche Paare ist die Kombination aus Online- und Präsenzsessions sogar ideal, weil die Anreise dann nicht zum Hindernis wird.
Coaching für Gründer:innen in Beziehungen: Der nächste Schritt
Wenn du bis hierhin gelesen hast, ist die Frage wahrscheinlich nicht, ob euch das Thema betrifft. Die Frage ist, ob ihr bereit seid, euch gemeinsam und einzeln ehrlich anzuschauen, wie ihr zusammenarbeitet, und das, was ihr findet, nicht nur zu benennen, sondern in konkrete Strukturen zu übersetzen.
Das Erstgespräch ist kostenlos, dauert 30 Minuten und dient der Klärung: Passt das Format zu euch und eurer Situation? Kein Verkaufsgespräch.
Du kannst es direkt über cordula-bestvater.de/Anfrage buchen. Oder schreib mir eine Mail an praxis@mikusi.de.
Mehr zu meinen Schwerpunkten findest du auf der Leistungsseite.
Dr. Cordula Bestvater ist systemische Coachin, promovierte Gesundheitswissenschaftlerin und Gründerin der Mikusi Akademie in Hamburg. Sie arbeitet evidenzinformiert mit Persönlichkeitsdiagnostik (LINC Personality Profiler), systemischer Rollenklärung und aktueller Copreneurs-Forschung. Mehr unter cordula-bestvater.de.